Durch was wird unser Trinkwasser verunreinigt?
Trinkwasser kann auf verschiedene Weise verunreinigt werden. Die Hauptquellen der Verschmutzung sind:
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Industrielle Abwässer
- Chemikalien wie Schwermetalle (Blei, Quecksilber, Cadmium)
- Lösungsmittel, Mikroplastik, organische Schadstoffe (z. B. Pestizide)
- Hormonähnliche Substanzen aus der Kunststoffproduktion
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Landwirtschaftliche Einträge
- Pestizide und Herbizide aus der Schädlingsbekämpfung
- Nitrat aus Düngemitteln, das ins Grundwasser sickert
- Antibiotika und Hormone aus der Massentierhaltung
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Haus- und Haushaltsabfälle
- Medikamentenrückstände aus ausgeschiedenen oder entsorgten Medikamenten
- Waschmittel, Weichmacher und Kosmetikprodukte
- Mikroplastik aus Kunststoffen und synthetischer Kleidung
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Kommunale Abwässer
- Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Parasiten
- Organische Stoffe aus Fäkalien und Nahrungsresten
- Hormone und endokrine Disruptoren aus Körperpflegeprodukten
Wie gelangen diese Schadstoffe in unser Trinkwasser?
Viele der genannten Verunreinigungen entstehen nicht punktuell, sondern gelangen über Jahre hinweg in den natürlichen Wasserkreislauf. Regenwasser, das über belastete Böden versickert, transportiert Schadstoffe ins Grundwasser. Flüsse und Seen dienen zudem als Sammelbecken für industrielle, landwirtschaftliche und kommunale Einträge.
Selbst moderne Kläranlagen sind in erster Linie darauf ausgelegt, organische Belastungen und Krankheitserreger zu reduzieren. Zahlreiche Mikroschadstoffe wie Medikamentenrückstände, Hormone oder Pestizide werden jedoch nur unvollständig oder gar nicht entfernt.
Warum viele Schadstoffe nicht vollständig herausgefiltert werden?
Ein Großteil der heutigen Wasseraufbereitung basiert auf mechanischer Filtration, biologischer Reinigung und chemischer Fällung. Diese Verfahren sind effektiv gegen sichtbare Verunreinigungen, stoßen jedoch bei gelösten, chemisch stabilen Stoffen an ihre Grenzen.
Dazu zählen insbesondere:
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Rückstände von Arzneimitteln
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hormonell wirksame Substanzen
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Pestizide und Herbizide
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Mikroplastikpartikel
Diese Stoffe liegen oft in sehr geringen Konzentrationen vor, können sich jedoch bei dauerhafter Aufnahme im menschlichen Körper anreichern.
Gesetzliche Grenzwerte und ihre Bedeutung❓
Trinkwasser unterliegt in Deutschland strengen gesetzlichen Vorgaben. Dennoch bedeutet das Einhalten von Grenzwerten nicht zwangsläufig, dass das Wasser frei von Schadstoffen ist. Viele Stoffe sind entweder noch nicht reguliert oder werden erst seit kurzer Zeit überwacht.
Zudem berücksichtigen Grenzwerte in der Regel Einzelstoffe – nicht jedoch mögliche Kombinationswirkungen verschiedener Substanzen, die gleichzeitig im Trinkwasser vorkommen können.
Langfristige Auswirkungen von Trinkwasserverunreinigungen?
Auch wenn die Konzentrationen einzelner Stoffe gering erscheinen, kann eine regelmäßige Aufnahme über viele Jahre hinweg relevant sein. Besonders sensible Gruppen sind:
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Kleinkinder und Säuglinge
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Schwangere Frauen
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Menschen mit geschwächtem Immunsystem
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Personen mit erhöhtem Gesundheitsbewusstsein
Aus diesem Grund beschäftigen sich immer mehr Haushalte mit der zusätzlichen Aufbereitung von Trinkwasser, um unerwünschte Stoffe gezielt zu reduzieren.
Warum eine zusätzliche Wasseraufbereitung sinnvoll sein kann?
Hausinterne Wasseraufbereitungssysteme können eine sinnvolle Ergänzung zur öffentlichen Wasserversorgung darstellen. Sie setzen dort an, wo zentrale Aufbereitung an technische oder wirtschaftliche Grenzen stößt.
Je nach eingesetzter Technik lassen sich unter anderem reduzieren:
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Schwermetalle
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Pestizide und Herbizide
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Medikamentenrückstände
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Hormone und Mikroplastik
Fazit: Trinkwasserqualität ganzheitlich betrachten
Trinkwasser ist eines der am strengsten kontrollierten Lebensmittel. Dennoch zeigt sich, dass Umweltbelastungen, moderne Lebensweisen und industrielle Prozesse neue Herausforderungen für die Wasserqualität mit sich bringen.
Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigt, erkennt schnell, dass eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Trinkwasserqualität ein wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit und Transparenz im Alltag sein kann.